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YUKON (ALEX)

YUKON
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YUKON

Dezember 2018

Nun lebt Yukon schon fast 1 Jahr bei mir und ich frage mich oft, was dieser junge Kerl in seiner Prägephase und frühen Jugend wohl alles erlebt haben muss.
Am Anfang mochte er nicht an der Flanke berührt werden. Er hat nie geknurrt oder gebissen. Er hat einfach versucht, meine Hand fest zu halten. Das ist inzwischen viel besser. Auch bei anderen Menschen.
Am Anfang konnte ich ihn nicht allein in der Wohnung lassen, ohne ihn in eine stabile Box zu sperren und es hat einige Zeit gedauert, bis ich etwas gefunden habe, was seinen Befreiungskünsten standgehalten hat.
Jetzt sperre ich ihn nicht mehr ein. Manchmal muss ein Kissen dran glauben und vor einiger Zeit hat er sich meine Fernseher-Fernbedienung geholt und meine Brille. Ich glaube, er wollte Hund, Katze, Maus gucken.
Obwohl ich mit meinen früheren Hunden schon viele schlechte Hundetrainer kennengelernt habe, wollte ich mit Yukon trotzdem einen neuen Versuch machen. Zumal er an der Leine alle Hunde angebellt hat.
Leider bin ich auch dieses Mal an Menschen geraten, die offensichtlich keine Erfahrung mit Tierschutzhunden haben oder  Hunde nicht richtig einschätzen können. Jedenfalls bekam ich von der ersten Trainerin die Aussage, dass er es ernst meint und daraufhin durfte er nicht in die Spielgruppe und auch die zweite Trainerin traute ihm nicht oder sich selbst nichts zu.
Für mich aber ist es ganz wichtig, dass er soziale Kontakte hat. Yukon hat noch keinen Hund gebissen oder böse angebellt, mit dem er frei laufen durfte.
Er kennt die Hundesprache nicht gut und ist unsicher, aber er spielt gern mit anderen Hunden.
Er hat Angst vor Kindern und wenn diese dann auch noch etwas in der Hand haben (wie Stöcke oder Wurfgeschosse), dann will er nur noch weg.  

Im Juli zog Heaven bei uns ein und für Yukon war das ein Segen. Mein alter Hund will nicht mehr mit Yukon herumtoben und war genervt  von ihm, aber mit Heaven kann er um die Wette rennen, mit ihr kämpfen und kuscheln.

Yukon zeigt seine Freude und Liebe manchmal  etwas  robust. Sowohl bei Hunden als auch bei Menschen. Ich muss aufpassen, dass ich nicht umgerannt werde oder er über mich hinweg trampelt.

Er markiert nicht. Wenn er muss, dann lässt er es dort laufen, wo er gerade steht. Wahrscheinlich wurde er für seine Entwicklung zu früh kastriert, aber im Tierheim geht das eben nicht anders. 
Er ist ein sehr schmaler Schäferhund geblieben, aber er hat Muskeln bekommen und sieht kräftig aus.

Er ist ein toller Hund, der leider nicht viel erleben durfte und das, was er erlebt hat, war wohl nicht gut.
Immer wieder sehe ich, wie unsicher er ist und wieviel Angst er vor bestimmten Dingen hat. Besonders, wenn er glaubt etwas falsch gemacht zu haben. Dann zuckt er zusammen, duckt sich und beschwichtigt wie verrückt. Dann blutet mir das Herz.
Ich kann seine Vergangenheit nicht ändern, aber ich hoffe, dass er irgendwann begreift, dass ihm bei mir nichts Böses mehr passieren wird.

Petra M.
YUKON
YUKON
YUKON
YUKON
YUKON
YUKON

Februar 2018

Ich war sehr traurig, denn ich hatte innerhalb von 3 Wochen 2 meiner geliebten Schäferhunde verloren und dann kam er.... Yukon (ehemals Alex).
Ich wußte, dass er dünn ist, aber was da kam, war ein Hund, auf dessen Wirbelsäule ich Klavier spielen konnte. Dürre und ohne Muskeln. Sehr zart, sehr jung. Ja, ich wusste, dass er noch nicht ganz 2 Jahre alt ist, aber Yukon ist noch ein richtiges Baby. Er ist in seiner Entwicklung stecken geblieben und kennt noch nichts. Wenn er Wildgänse am Himmel hört, dann blickt er mit großen Augen nach oben. Er sieht dann aus, als könne er sein Glück gar nicht fassen.

Yukon ist sehr liebebedürftig und muss noch viel lernen. Er mag sein Geschäft noch nicht auf den Spaziergängen erledigen, aber im Garten klappt es.  Er muss noch lernen, dass er meine Zimmer nicht umdekorieren muss, wenn ich ihn nicht mitnehmen kann. Er muss lernen, dass er nicht alles anbellen braucht, was ihm Angst macht.

Er ist seit dem 16.12.17 bei mir und er hat inzwischen schon begriffen, dass er nichts aus der Küche klauen muss, weil er genug zu fressen bekommt. Er muss deshalb auch nicht mehr prüfen, ob ich die Mülltrennung in den gelben Säcken richtig gemacht habe.

Er fängt an zu spielen und freut sich des Lebens. Meinen alten Schäferhund nervt er mit seinem Übermut manchmal, aber er guckt sich auch einiges von ihm ab. Ich muss aufpassen, dass es nicht nur die unerwünschten Eigenarten sind.
 
Yukon ist klug und ich hoffe, dass er irgendwann alles lernt, damit wir das Leben zusammen uneingeschränkt  genießen können. Und wenn nicht, dann liebe ich ihn auch mit seinen kleinen oder großen Problemen.
 
Petra M.